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17.03.2014, 17:55 Uhr | Hermann Huge für die Münsterländische Tageszeitung
Zwiebelkuchen und Politik – das kommt gut an
Löninger CDU präsentiert zwei Kandidaten
Marcus Willen, Bürgermeister-Kandidat der CDU in Löningen, ist kein Mann der lauten Töne. Das demonstrierte er auch am Freitagabend beim offiziellen Wahlkampfauftakt des CDU-Stadtverbandes Löningen. Statt lautstarker Parolen lieferte er den zahlreichen Zuhörern lieber eine Beschreibung des von ihm angestrebten Amtes und seines eigenen Amtsverständnisses. Zugleich rief er seine Parteifreunde dazu auf, in ihrem Umfeld für einen Politikwechsel zu kämpfen und zu werben, denn: „Wahlkampf müssen wir alle machen.“
Dreigestirn: Bürgermeisterkandidat Marcus Willen, Landratskandidat Johann Wimberg und Stadtverbandsvorsitzender Fye-Sudendorf (v.l.) Foto: Hermann Huge
Löningen - Für die Auftaktveranstaltung im Saal Lüdeke-Dalinghaus in Böen hatte sich der Stadtverband eine besondere Form einfallen lassen: ein Zwiebelkuchen­essen, garniert mit Seemannsliedern – instrumental und gesanglich vom Shantychor Haselünne vorgetragen. Lob für diese Form des Wahlkampfauftaktes ernteten die Veranstalter von Johann Wimberg. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, so der Fries­oyther Bürgermeister und Kandidat der Christdemokraten bei der zeitgleich mit der Bürgermeisterwahl am 25. Mai anstehenden Landratswahl im Kreis Cloppenburg. 

Die Urwahl im Januar habe für Marcus Willen mit 101 Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung ein überzeugendes Ergebnis gebracht, blickte Löningens CDU-Stadtverbandsvorsitzender Ferdinand Fye-Sudendorf zurück. Das damalige Ergebnis, in Worten ausgedrückt, bedeute: „Du bist unser Mann. Du bist die richtige Persönlichkeit für das Amt des Bürgermeisters. Du hast unsere breite Unterstützung.“

Klare Worte fand Fye-Sudendorf für die SPD. Deren Sichtweise, die Mehrheit wünsche sich im Rathaus „einen, der der CDU auf die Finger schaut“ (MT berichtete), sei „mehr als erbärmlich und denunziert das so wichtige Amt des Bürgermeisters“, so der Stadtverbandsvorsitzende. 

Die SPD-Aussage reduziere „das Amt des Bürgermeisters auf das des Aufpassers, das ist nicht meine Vorstellung“, kritisierte ebenfalls Marcus Willen.  Dem Bürgermeister falle vielmehr eine wichtige Aufgabe zu: Er stehe bei Entscheidungsprozessen am Anfang und auch mittendrin und habe letztlich die Beschlüsse des Rates auszuführen. Der Amtsinhaber habe es jedoch in der Hand, wieviel „Herrschaftswissen“ er an die ehrenamtlich Tätigen weitergebe.

Willen selbst möchte nach erfolgreicher Wahl im Amt eine „breite Bürgerbeteiligung“ umsetzen. Als Repräsentanten der Bürger sieht er dabei die gewählten, ehrenamtlich tätigen  Ratsmitglieder. Deren Engagement möchte er stärker gewürdigt sehen als bisher, sie in ihrem Wirken stärken, denn: „Die zahlreichen Probleme lassen sich nur gemeinsam lösen.“

Welche Probleme das aus seiner Sicht unter anderem sind, machte Willen erneut deutlich: unzureichende (Gewerbe-)Flächenbevorratung; Fehlen von ortsnahen und bezahlbaren Wohnbauflächen; mangelhafte Unterstützung privater Initiativen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung. Ferner kritisierte er, dass zu wenig getan worden sei, um Mittelständler für eine Ansiedlung in Löningen zu gewinnen. Ohne eine funktionierende Infrastruktur (Schulen, Gesundheitsvorsorge, Gewerbeflächen, bezahlbare Bauplätze, etc.) „aber kommt niemand hierher“, mahnte Willen, der hier ansetzen will und dabei auch den Dörfern seine Unterstützung zusagte.

Als Mann, der die Kommunalpolitik „von der Pike auf gelernt hat“ und – sollte er Landrat werden – die Belange aller Kommunen im Auge hat, stellte sich Johann Wimberg vor.  Zugleich betonte er die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit aller politischen Ebenen. Zentrale Aufgabe der Zukunft ist für ihn, den ländlichen Raum weiter fit zu machen, um erfolgreich im Vergleich mit den Ballungszentren bestehen zu können. Ansatzpunkte sieht Wimberg unter anderem beim Kinderbetreuungsangebot („Es kommt nicht auf die Zahl der Plätze, sondern auf Qualität und Flexibilität an.), beim ÖPNV (z.B. Rufbusse in kleinen Orten) und bei eigenen Lösungsansätzen bei Problemen in der Landwirtschaft.